Verdichteter Sand, Erde oder Schotter und dazu viel Recyclingmaterial – das sind die Bausteine der sogenannten Earthships, Wohnhäuser aus den USA, die auf eine möglichst ökologische Bauweise setzen.
Die Grundidee des ökologischen Bauens beginnt bei den Earthships bereits mit der Wahl von Erde oder Sand als elementarem Grundstoff. Das Material wird einfach vor Ort an der Baustelle gewonnen und ohne weite Transportwege direkt genutzt. Verdichteter Sand und Erde speichern die Wärme des Tages und geben sie nachts nach und nach wieder ab.
Allerdings benötigt man für die Erd- oder Sandmassen auch eine Schalung. Und hier kommt ein weiterer Gedanke der Earthships zum tragen: Das Recyceln von Abfällen, die doch noch einmal sinnvoll genutzt werden können. Im Fall der Schalung werden ausgediente Autoreifen genutzt. Das sonst energieaufwendige Recycling gebrauchter Pneus entfällt bei dieser Nutzung, die Reifen werden quasi eingemauert und stabilisieren die Wände über Jahrzehnte.
Recycling in jeder Ecke
Nicht tragende Wände sind meist aus Aludosen oder Flaschen aufgebaut – die leichten Materialien reichen hier absolut aus. Und die Flaschenböden setzen je nach Verarbeitung optische Akzente im Wohnraum. Selbst bei der Dachkonstruktion eines Earthships können Recyclingmaterialien wie Holzabfälle genutzt werden.
Ganz natürlich
Umgekehrt holen die Earthships viel Natur in den Wohnraum. Große Fensterflächen sind konsequent nach Süden ausgerichtet, so dass im Wohnraum neben Zierpflanzen auch Obst und Gemüse gedeihen. Interne Anbauflächen sind als Ergänzung zu Beten vor dem Haus vorgesehen. Die Selbstversorgung ist nämlich ein weiteres zentrales Anliegen der Earthship-Bewegung. Nicht nur Nahrung soll zum Teil selbst angebaut werden, auch eine möglichst autarke Energieversorgung ist Teil des Konzepts. Wind- oder Sonnenkraft sind beispielsweise geeignete Ressourcen.
Absolut autark
Sogar bei der Wasserversorgung setzen die Anhänger der Earthships auf größtmögliche Unabhängigkeit. So wird Regenwasser auf den Dächern aufgefangen und aufwendig gefiltert, um es als Trinkwasser nutzbar zu machen. Die Toilettenspülung erfolgt mit gesammelten und ebenfalls in speziellen Tanks aufbereitetem Grauwasser, etwa aus der Dusche.
Neugierige können das Leben in einem Earthship selbst erfahren und Übernachtungen in verschiedenen Beispielgebäuden buchen.
Bilder: Earthships Biotecture






